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Seine Bühnenkollegen stellen mit
ihm an der Spitze ein regelrechtes „Who is Who“ des kulturellen
Leben Wiens, aber auch das der Opernhäuser von Zürich, München,
Berlin London, Tokio, Hamburg etc. dar. Er selbst singt auswendig
mehr als 100 Opernpartien und fast 90 Operetten und umkurvte
die Erde unzählige Male im Rahmen ausgedehnter Welttourneen.
Einige Tage vor seinem großen Geburtstagsfest traf die bezaubernde
Wiener Operetten-Sopranistin Pauline Pfeffer unseren Jubilar
in seinem wunderschönen Haus in Preßbaum zu einer ungezwungenen
„Plauderei“, um einiges aus seinem beruflichen und privaten
Leben erfahren zu dürfen, das künstlerisch nicht vielfältiger
hätte sein können.

Foto: privat
PLAUDEREIEN MIT PROFESSOR HERBERT
PRIKOPA
Schon der Empfang durch seine reizende und charmante Gattin
Rosemary Prikopa, einer gebürtigen Engländerin, und dem Maestro
„himself“ war überaus herzlich. Die humoristische Ausstrahlung
dieses Multitalentes, das als Korrepetitor, Sänger, Schauspieler
und Dirigent wie auch Entertainer und Kabarettist tätig war,
ist jederzeit spürbar. Bald sprudelten die Informationen,
Erzählungen und Anekdoten nur so aus ihm heraus, sodass ich
nun versuche, die wichtigsten Highlights aus seinem so erfüllten
Leben zusammenzufassen.

Foto: privat
LICHTERZAUBER UND WINTER-WUNDERWELT
1985 wurde diese Idee nach einem Konzept von Ing.Roman Kreitner
erstmals mit der Stadt Wien inszeniert, Jahr für Jahr durch
weitere Attraktionen verfeinert und ergänzt. Seit 10 Jahren
gibt es nur mehr leuchtende Dekorationen die mit Sparlampen
bzw. LED Lichtquellen ausgestattet sind. Heuer, zum „Silbernen“
Jubiläum sorgt ein völlig neues Lichtkonzept dafür, dass der
Wiener Rathauspark und der Wiener Christkindlmarkt noch eindrucksvoller
in Szene gesetzt werden. Glitzernde Engel säumen den Rathauspark
– entlang des Rings zwischen Parlament und Universität schweben
in der Baumallee 18 Engel, die gerade dann, wenn es langsam
dunkel wird, erstrahlen. Die Eingangsbereiche schmücken je
zwei Torbögen, der „Sternenhimmel“ und die „Schneeflocken“.
Foto: privat
MUSIK WURDE „KLEIN HERBERT“
SCHON FAST IN DIE WIEGE GELEGT
Zur Musik kam der damals erst fünfjährige Herbert durch seine
musikalischen Eltern, die ihm ein Akkordeon gekauft hatten,
dass größer war als er selbst. Kein Hindernis für den ehrgeizigen
Buben! Er spielte auf der Tastatur Kinderlieder einfach nach
dem Gehör, „gezogen“ wurde das Instrument dabei von seinen
Eltern! Sein Vater erkannte sofort die ungeheure Musikalität
seines Sohnes und fasste einen wegbereitenden, weisen Entschluss:
„Der Junge soll Klavier lernen“. Das geschah dann auch - bis
zu seinem 18. Lebensjahr, seine Klavierlehrerin war Prof.
Trude Korn, eine Absolventin der damaligen Musikakademie.
Foto: M. Milde
DER LANGE WEG ZUR VOLKSOPER
Herbert Prikopa war stets ehrgeizig und strebte so vorerst
den Beruf als Pianist an. Die Konkurrenz durch Prof.Jenner,
Prof. Badura-Skoda, Prof.Gulda und Jörg Demus wurde ihm aber
einfach zu groß. Er verwarf bald diese Idee, strebte den Beruf
eines „Korrepetitor“ an, studierte aber nebenbei auch Chemie.
Die Anstellung bei der Wiener Volksoper, die damals von Dir.
Prof. Salmhofer geleitet wurde, hatte er einem Zufall zu verdanken:
Prof.Willy Dirtl, der ehemalige Solotänzer der Wiener Staatsoper,
fuhr eines Tages an Herbert Prikopa vorbei und rief ihm aus
dem Auto zu : „Um 13 Uhr ist ein Vorspielen, und ich habe
Dich angemeldet!“ worauf Prikopa entgegnete, nichts davon
gewusst zu haben. Die prompte Antwort darauf war: „Na, dann
weißt es eben jetzt!“...Prikopa ging hin--und er bekam den
Job! Das war 1955.
DAS SCHICKSAL MEINTE ES AUCH
WEITERHIN GUT MIT IHM
Wie in diesem Fall, reichten sich in weiterer Folge Zufall,
Schicksal und Fügung ständig die Hände und jedes „Einspringen“
für einen erkrankten Sänger, Schauspieler oder auch Korrepetitor
brachte ihm den verdienten Erfolg und natürlich auch einen
sehr guten Ruf als hervorragender Künstler und Musiker, mit
dem es sich wunderbar zusammenarbeiten ließ.
EIN BLICK IN DIE LANGE LISTE
SEINER BERÜHMTEN WEGBEGLEITER
Es würde einfach dieses „FREIZEIT-JOURNAL“ sprengen, würde
ich alle seine Bühnenrollen, Kollegen und Stationen, sowie
die unzähligen Fernsehauftritte und Sendungen, die unser Allround-Genie
geleistet und gemeistert hat, aufzählen. So gestatten Sie
mir einen kleinen „Querschnitt“: Nach Auftritten in der Wiener
Kammeroper folgte für ihn ein Engagement bei Gerhard Bronner,
der ihn unbedingt an Stelle von Helmut Qualtinger haben wollte.
Auch an der Josefstadt sollte Prof. Prikopa als Schauspieler
tätig sein, nämlich als „Pfüller“ in einer Otto-Schenk – Inszenierung
des „Hofrat Geiger“. Bemerkenswert für all diese Engagements:
es geschah alles ohne einer Unterbrechung seiner Korrepetitior-Tätigkeit
an der Volksoper! Im Jahr 1957 setzte er, nach einem Studium
bei der berühmten Prof. Elisabeth Rado, seine Karriere als
Gesangssolist fort. Prof.Rado fragte ihn einmal, was er den
singen wolle und, nachdem Prof. Prikopa italienische Tenorpartien
erwähnte, antwortete sie ihm: „Du mit deiner graden, „schiachen“
deutschen Stimm`? Du wirst ein Charaktertenor und basta!“
Und so kam es, dass er über 90
Hauptpartien gesungen hat, wobei eine seiner Lieblingsrollen
die des „Zsupan“ im „Zigeunerbaron“ war und ist. Weiters brillierte
er in den Operetten „Wiener Blut“ als „Ypsheim“ und „Kargler“,
in der „Lustigen Witwe“ als „Njegus“ und „Zeta“ , um nur einige
Beispiele zu nennen.

Foto: privat
PRIKOPA DIE BRILLANTESTE OPERN-HEXE
Bekannt, berühmt und uns allen in liebenswertester Erinnerung
ist Prof Prikopa aber auch als „Hexe“ in Humperdinck´s Oper
„Hänsel und Gretel“! Weit über Österreich´s Grenzen hinaus
bekannt und beliebt wurde er durch seine Fernsehsendungen
und Shows im ARD und ZDF, im österreichischen Fernsehen, bei
Karl Farkas, der Kindersendung „Auch Spaß muss sein“, sowie
durch österreichische, deutsche und amerikanische Filme.
VOM OPERNSTAR ZUM STAR-DIRIGENTEN
1990 startete er seine weitere Karriere als Dirigent. Eine
Berufsrichtung, die ihn weit über unsere Grenzen hinaus führte.
So wirkte er auch 10 Jahre am „English National Theatre“ in
London, wo er auch die Ballet Tänzerin „Rosemary“, seine heutige
Frau, kennenlernte und sein Wirken weltweit fortsetzte. Er
ist ein unermüdlicher, völlig der Kunst ergebener Mensch,
der mit seinen Talenten und Aktivitäten sein Publikum und
alle Kollegen begeistert und fesselt. Aber auch die Fürsorglichkeit
für seine Familie, seine Liebe zu Hunden, seine Leidenschaft
für gute Kulinarik und gute Literatur, sowie noch viele kleine,
sehr liebenswerte Attribute gütiger Menschlichkeit: das alles
ist „Prof.Herbert Prikopa“!

Foto: M. Milde
• Pauline Pfeffer
GEBURTSTAGSFEST MIT PRIKOPAPAPRIKAIADE
AM MARCHFELDERHOF

Foto: M. Milde
Der Marchfelderhof, ein Mekka für Feinschmecker im niederösterreichischen
Deutsch Wagram, nahe Wiens im Marchfeld gelegen, ist auch
berühmt für seine rauschenden Feste. Der dynamische Marchfelderhof-Wirt
Gerhard Bocek ist weit über die Grenzen bekannt als Bewunderer
und Förderer großer Künstler. Es gab daher gar keine Diskussion
darüber, WO Prof. Herbert Prikopa seinen 75.Geburtstag und
das Bühnenjubiläum zu feiern hat! „Ehre, wem Ehre gebührt“
- schmetterte Gerhard Bocek. „Prof. Herbert Prikopa verehre
ich seit Jahrzehnten und ich werde alles dafür tun, dass sein
75er ein unvergessliches Erlebnis wird!“— Und so kam es auch:
Roter Teppich, Aufmarsch der Faschingsgilde, Überreichung
des „Goldenen Harlekins“, Geburtstagsständchen vieler Künstler-Kollegen,
uvm. Marchfelderhof-Küchenchef Christian Langer bekochte die
prominente Gästeschar mit köstlichen Prikopa-Paprika-Schmankerln
und Prof. Lore Krainer hielt eine berührende Laudatio. Erst,
als sich ein zu Tränen gerührtes Geburtstagskind „Prikopa“
selbst ans Klavier setzte, um seine „Kollegen“ zu begleiten---erst
dann war auch Gerhard Bocek zufrieden: „Tusch!!!“—das waren
die legendären „Tschinellen“, die Gehard Bocek für jedes Geburtstagskind
am Marchfelderhof erschallen lässt! So natürlich auch bei
Prof.Herbert Prikopa!
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