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AUSGABE 03/4:

Pommery - Champagner mit Eleganz und charmanter Finesse

Das Haus Pommery ist nicht nur weltweit bekannt, es zählt auch zu den größten Champagnerkellereien. Den Aufstieg zum heutigen Status und seiner Größe verdankt es, wie es in der Champagne öfters der Fall war, einer Frau: Jeanne Alexandrine Louise Pommery. Ab1858, nach dem Tod ihres Mannes, leitete sie das Unternehmen selbst. Entstanden ist die Firma aber schon im Jahre 1836, als Narcisse Greno die Kellerei Dubois-Gosset übernahm und den Namen auf Dubois-Greno änderte. 1856 wurde Louis Alexandre Pommery als neuer Partner aufgenommen, ein Wollhändler, der hauptsächlich Geld beisteuerte. Und das muss viel gewesen sein, denn, als er zwei Jahre später starb, übernahm seine 39jährige Witwe das Unternehmen als alleinige Chefin. Greno blieb noch zwei Jahre Teilhaber, um später nur mehr als Berater zu fungieren. Obwohl Louise Pommery, geborene Mélin, bis zu diesem Zeitpunkt nur Mutter ihrer beiden Kinder war, trat sie ohne Zögern die Leitung des Unternehmens an. Rückblickend betrachtet machte sie dies besser als ihre Vorgänger. So entwickelte sie nicht nur Initiative, sie besaß auch Weitblick, speziell, indem sie die Firma, die bis dahin hauptsächlich Rotwein verkaufte, zu einem reinen Champagnerhaus umwandelte.

Ferner erkannte sie bald die wichtigsten Absatzmärkte im Ausland, wobei sie hauptsächlich den englischen forcierte und schon 1861 in London eine Zweigstelle eröffnete. Außerdem spürte Veuve Pommery als Erste die verheißungsvolle Zukunftsperpektive der trockenen Champagner. Sie brachte bereits 1866 einen Champagner auf den Markt, der ungleich herber war als jener der Konkurrenz. Die Wende leitete sie 1874 mit dem „Pommery natur“ ein.Mit ihm begann der Siegeszug der Champagner brut. Das Geschäft lief ausgezeichnet und Madame Pommery erwarb 1868 auf dem Hügel Saint Nicaise 60 ha Land, um ihre Keller zu erweitern. Auf diesem Gelände existierten schon 120 Kreidebrüche, 30 m tief.

Sie ließ diese durch Gänge zu einer unterirdischen Anlage von rund 18 km ausbauen, die heute einen imposanten Keller mit mehr als 20 Millionen gelagerter Flaschen darstellen.Über diesen Kellern errichteten mehrere Baumeister nach Entwürfen der Besitzerin etliche in sich verbundene Häuser mit Türmchen in elisabethanischem Stil, den anscheinend die Witwe bei ihren zahlreichen Besuchen in England und Schottland lieben gelernt hat. 1878 waren die Arbeiten abgeschlossen,1879 verheiratete Madame Pommery ihre Tochter Louise mit dem Comté Guy de Polignac, einem Mann von altem Adel, dessen Familiengeschichte über 11 Jahrhunderte bis auf Armand I. zurückgeht, der schon unter König Karl II. (823-877) Vicomte de Polignac war. 1907 begann dann mit Melchior, dem Sohn von Luise und Enkel der großen Witwe die jahrzehntelange Führung durch die Polignacs. Seit etwas mehr als zwei Jahrzehnten ist das Champagnerhaus Pommery nicht mehr im Familienbesitz, doch sorgt weiterhin ein Polignac, nämlich Prince Alain, als diplomierter Oenologe und Chef der Wein- und Champagnerbereitung dafür, dass der Stil des Hauses im Sinne der beiden großen Louisen beibehalten wird.



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