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AUSGABE 03/4:

Taittinger - es begann in Wien


Es ist schon etwas Besonderes, wenn der Familienname auch der Markenname des Champagners ist, doch das Haus Taittinger ist wohl das einzige Champagnerhaus, dessen Familienwurzeln in Österreich, genauer noch in Wien zu finden sind. Es gibt Anhaltspunkte, wonach um das Jahr 1650 ein gewisser „Tetinger Maître d´équitation“ - also ein Rittmeister- in Wien anssässig war, der als Urahn der so berühmten Familie Taittinger gilt. Von Wien aus lassen sich dann auch zwei Zweige der Familie verfolgen. Ein Zweig gelangte über Umwege nach Nordamerika. Ihre Verbundenheit zu Pferden blieb bestehen, ihre Nachkommen blieben bis in die heutige Zeit Rittmeister. Der zweite Familienzweig kam nach Lothringen, von wo aus sich die Verbindung zum Champagnerhaus Taittinger in Reims nachvollziehen lässt. Doch vorerst erwarben sich die Taittingers großen Ruhm in der Politik, so verdankt z.B. Paris einem Taittinger, dass es vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg verschont blieb.

Pierre Taittinger entdeckte schon während des Ersten Weltkrieges, der ihn als jungen Offizier an die „Champagnerfront“ verschlagen hatte, bereits seine Liebe zu diesem edlen Getränk. Er verliebte sich auch so sehr in das romantische Schlösschen in der Nähe von Epernay, das als Hauptquartier von General Joffre diente, dass er es mitsamt seinen umliegenden Weinbergen kurzerhand sofort nach dem Krieg erwarb. Das „Château La Marquetterie“ hatte schon lange eine enge Beziehung zu dem schäumenden Wein, denn die Abtei Châlons, zu der La Marquetterie gehörte, war Heimat des Bruders „Jean Oudart“, der zur selben Zeit wie der legendäre Benediktiner-Mönch „Dom Pérignon“ mit dem Champagnerweinen experimentierte und schließlich sein bekanntes „Mousseux de Pierry“ herstellte.
Im Jahre 1931 also erwarb Pierre Taittinger dieses uralte Champagnerhaus, das ursprünglich 1734 unter dem Firmennamen „Forest-Fourneaux“ gegründet wurde. Mit Erfolg startete er durch und erkannte als einer der Ersten den Trend zu trockenen Produkten. Der Charakter des Hauses Taittinger, eines der letzten Champagnerhäuser, das noch in Familienbesitz geblieben ist, bürgt auch heute noch für ausgezeichneter Qualität und Wahrung der Tradition. Mit ca 260 Hektar, die sich auf die besten Crus der Champagne verteilen, ist eine regelmäßige Versorgung mit erstklassigen Trauben gesichert. In den berühmten historischen Kreidefels-Kellern von Taittinger in Reims lagert auch heute noch ein Teil des 18 Millionen großen Flaschenbestandes wo der Champagner bis zur Vollendung reift. Heute ist das Haus Taittinger zur Gänze im Besitz einer Familien-Holding. Die Firmenleitung liegt in Händen von Claude Taittinger, seine Tochter Virgine repräsentiert das Champagnerhaus im In- und Ausland, sein Neffe Pierre-Emanuel leitet als Generaldirektor den Betrieb, der außer der traditionsreichen Champagnerproduktion weitere Tochtergesellschaften zusammenfasst, von einer Hotelkette bis zur Glasmanufaktur mit ihrer berühmten „Baccarat Kristall-Serie“.


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