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Das Champagnerhaus Veuve Clicquot
Ponsardin, gegründet 1772, verdankt einen großen Teil seines
internationalen Erfolges dem Weitblick und der Kreativität
der Witwe Nicole Clicquot Ponsardin. Als diese im Jahre 1805
als 27jährige nach dem plötzlichen Tod ihres Gatten Francois
die Geschäftsführung der Champagnerkellerei übernahm, war
das damals ein für eine Frau ungewöhnlicher Entschluss. Entsprechend
schwierig gestaltete sich ihr Vorhaben.
| Außer dem Motto
„Nur eine Qualität, dafür aber die allerbeste“ gehorchend,
versicherte sie sich nur noch der Mitarbeit von Jerome
Fourneaux, der für die Cuvées und Produktion verantwortlich
war und vor allem der Mitarbeit des ehemaligen Vertreters
ihres Gatten und späteren Teilhabers, des Deutschen Ludwig
Bohne aus Mannheim, der für den Verkauf zeichnete. Mit
viel Mut und Risikobereitschaft gelang es ihr, sich in
einer „Männerdomäne“ gegen starre, herkömmliche Strukturen
durchzusetzen und verhalf „ihrem“ Champagner zu Weltberühmtheit. |
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Die Kreativität von Madame Clicquot
ist die Entwicklung neuer Techniken und das von ihr erfundene
Rütteln zur Klärung des Champagners von Gärungsrückständen,
das bis heute bei allen Champagner-Kellereien zur Anwendung
kommt, zu verdanken. Weiters gelang ihr der Aufbau eines internationalen
Vertriebes. Trotz der damaligen Wirren durch den napoleonischen
Krieg schickte die tatkräftige Unternehmerin ihre Repräsentanten
durch Europa. Auch die Blockaden der Franzosen konnten nicht
verhindern, daß ihr Champagner heimlich im Diplomatengepäck
im Jahre 1814 den russischen Zarenhof erreichte. Puschkin
schrieb über die „Grande Dame de la Champagne“, Zar Alexander
schätzte die Cuvées der „Veuve Clicquot“ und Napoleon wohnte
in ihrer Residenz. Der allerwichtigste Mann in ihrer Karriere
wurde aber Eduard Werle, der, 1821 aus Wetzlar in Deutschland
kommend, als Lehrling in das Unternehmen eingetreten war.
Er arbeitete sich schnell hoch und wurde zehn Jahre später
ihr Partner. Als Madame Clicquot 1866 im Alter von 88 Jahren
starb, vererbte sie Edouard Werlé das ganze Champagnerhaus.
Die Tatsachen, dass dieser Mann in den Adelsstand erhoben
wurde, später sogar Bürgermeister von Reims und dann sogar
Parlamentsabgeordneter wurde, beweist, dass die Grand Dame
de la Champagne intuitiv mit dem Engagement dieses Mannes
einen Goldgriff getätigt hatte. Mit einem Besitz von mehr
als 280 ha Weingärten in den besten Lagen zählt das Haus zu
den größten Weinbergbesitzern der Champagne.
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