AKTUELLE AUSGABE

BLITZLICHT 3/2005:

Andy Lee Lang- Österreich´s
Botschafter des Rock´n Roll




Foto: Gerhard Bartel
Er feiert heuer sein 20jähriges Bühnenjubiläum und eigentlich kennen
wir einander ebenso lange. Wir starteten damals unser erstes Verlagsobjekt, den Wiener Gourmetguide „SERVUS in Wien“ und Andy zertrümmerte auf der Bühne sein erstes Piano als ihm sein Temperament „Jerry Lee Lewis-like“ mit dem Rock´n Roll durchging. Heute noch begleiten wir Andy´s Auftritte mit unseren Medien und es gab kein Konzert, keinen Gast-Auftritt wo Andy nicht in den Zuschauerraum eilte um uns zu begrüßen, wenn er uns im Publikum entdeckt hatte.

20 Jahre Bühnenjubiläum!
Kinder, wie die Zeit vergeht! Ich durfte den Weltstar Andy Lee Lang zum Interview bitten. Jetzt sitzen wir einander beim Frühstück im Café Landtmann gegenüber. Spitzbübisch verschmitzt wie eh und je sein Lächeln: „So ungewöhnlich wie diese Uhrzeit ist für mich auch mein Outfit zum Fotoshooting!“ startet Andy unsere Unterhaltung. „In Bühnen-Kluft kennt mich ja eh jeder, aber nicht mit meinem Lieblings-T-Shirt aus Hawaii!“ Schon beginnt er zu schwärmen, wie sehr ihm dieser letzte Urlaub gut getan hat. Er war sozusagen Balsam für seine Seele, hatte Andy nach zwei schweren Burn-Outs im letzten Jahr doch sich selbst und seiner Fan-Gemeinde geschworen, in Zukunft bewusster zu leben. „Ich nehme mir in Zukunft fixe Auszeiten, ich muss jetzt einfach beginnen zu leben! Wenn ich da so nachdenke sage ich mir: ok, du bist erfolgreich, aber was nützt es dir, wenn du zusammenklappst und mitnehmen kann man sich auch nichts! Also reise ich – ich liebe es, zu reisen! Ich blühe da wirklich auf!“ Seine Augen blitzen, man merkt, Hawaii hat ihm gut getan. „Ich möchte eigentlich nur noch 8 Monate im Jahr arbeiten und die restlichen vier Monate mir die Welt anschauen!“

Mit ganzem Herzen Österreicher

Wie so viele Weltreisende schätzt auch Andy seine Heimat ganz besonders. „Österreich ist – bei all dem Raunzen - das wir Österreicher ja so gerne tun und da nehme ich mich gar nicht aus- noch immer einer der besten Plätze auf der Welt. Bei allen Nachteilen, die es gibt denkst du dir: Nein, im Grunde genommen sind meine Wurzeln da und bleiben da!“ Dennoch kann sich Andy vorstellen, einmal den europäischen Winter in seiner Pension (wenn ein Musiker überhaupt in Pension geht!) irgendwann bei den berühmten Pensionisten-Outlets in Florida zu überbrücken. „Besonders einem Sänger tut das feuchtwarme Klima dort einfach gut. Unser Winter ist ja auch schön, aber die langen Übergangszeiten sind mir ein Greuel!“ Doch jetzt zur Sache: Lassen wir noch einmal Andy´s Karriere Revue passieren. Wie kam es dazu, dass er vom Rock´n Roll Virus befallen wurde?


Fotos: Privat

Musik liegt ihm im Blut
Er ist sozusagen erblich mit der Musik belastet: Seine Großeltern – sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits- waren Vollblutmusiker: Ein Großvater war Jazztrompeter und Kapellmeister, der andere Großvater Klavierprofessor und Chorleiter der Wiener Sängerknaben, die Großmutter Opernsängerin. Trotzdem kam Andy durch Zufall zur Musik: „Mit sechs Jahren wurde ich gefragt, ob ich ein Klavier haben möchte -in dem Alter weiss man noch nicht wirklich, was man möchte, daher habe ich ja gesagt! “ erinnert sich Andy. Dann folgten 10 Jahre klassischer Klavierunterricht bei seinem Großvater und Andy´s Wunsch, klassischer Konzertpianist zu werden. Also ging´s auf zur Aufnahmeprüfung auf die Musikakademie in Wien! Dann das Schlüsselerlebnis: nicht Andy sondern zwei Japaner bekamen den Studienplatz. „Damals ist die Welt für mich zusammengebrochen!“ Und bald darauf folgte der nächste Zufall, der eigentlich der Grundstein für den Andy war, den wir heute als Rock´n Roll Botschafter kennen.


Von der School Band
zum Rock´n Roll Superstar

„Auf der Handelsakademie fragten mich Mitschüler, ob ich nicht mit ihnen eine Band gründen möchte“ Das taten sie auch: Ein Schlagzeuger, ein Gitarrist und ein Klavierspieler waren sich einig, doch offen blieb die Frage: welche Musik spielen sie? „Im Kino spielten sie damals die „Love & Rock´n Roll Show“ und ich habe zum ersten Mal Jerry Lee Lewis gesehen und hab mir gedacht -bitte wer ist das und was kann der? Dann hab ´ich mir Platten von ihm gekauft und versucht, das nachzuspielen. Das mir das je gelungen ist, dafür sind sicher meine Gene schuld! Früher einmal, als mich meine Eltern baten statt Klassik doch einen Rock´n Roll zu spielen, klang er immer wie ein Marsch – ich packte den Rhythmus einfach nicht!“


Idol und Karriere-Auslöser:
Jerry Lee Lewis

Andy wandte seine ganze Kraft auf seinem Idol nachzueifern und schaffte es 1989 sogar, im Austria Center das Vorprogramm zu Jerry Lee Lewis zu sein. „Ich war stolz, der Opening-Act für sein Programm zu sein und dann aber völlig entsetzt über Jerry Lee Lewis, denn er bot eine fürchterlich schlechte Performance und schaffte es, ein völlig kochendes Publikum zum Einschlafen zu bringen. Für mich ist eine kleine Welt zusammengebrochen, doch wie viele Menschen können schon sagen, dass sie mit ihrem Idol auch wirklich zusammentreffen konnten! Und klaviertechnisch gesehen war sicherlich er der Auslöser, dass ich zum Rock´n Roll gekommen bin! Wir haben dann später auch noch einige Male ein schönes Doppelkonzert in Wien gegeben.“

Andy und die Weltstars
Auf der Bühne stand er im Laufe seiner Karriere mit vielen anderen Rock´n Roll Legenden wie Wanda Jackson und Chuck Berry. Doch ein Erlebnis wird ihm sicher nie aus dem Gedächtnis gehen. „Es war der 40. Geburtstag von Gerhard Berger“ erinnert sich Andy. „Und ich war mit meiner Band dort engagiert. Ich wusste, dass der Beatle-Star Georg Harrison als Gast anwesend war. Wir starteten dann unsere Performance. Extra für Gerhard Berger war ein Musikstück gewidmet, bei dem ich meinen Gitarristen immer genau links hinter mir platziert wusste. So weit so gut. Während dieser Nummer dachte ich plötzlich: wieso spielt der nicht? -drehte mich kurz um und sah wie sich ein George Harrison gerade die Gitarre umschnallte und mitten in meiner Band mitspielt. Facit: Aus der kurzen Musikeinlage wurde eine zwei Stunden-Session. Für mich eines der schönsten Erlebnisse – weil nichts geplant war!“



Da konnte Andy nicht widerstehen! Ein altes Klavier in einer
Geisterstadt in Amerika

Wirklich große Weltstars
haben keine Allüren

Stolz darf Andy auch auf die vielen Komplimente seiner prominenten Kollegen sein. So antwortete z.B. Chuck Berry einmal auf die Frage einer österreichischen Agentur, die eine Tournee organisierte, ob er wieder dabei sein würde: „Yes but only if I can play with this crazy Austrian!“ – „Ja, aber nur wenn ich mit diesem verrückten Österreicher spielen kann!“ Das ehrt natürlich! Und die Liste prominenter Mitstreiter geht weiter mit den Trifters, Carl Berkins, Wanda Jackson, Bill Ramsey, Gus Backus u.v.m. „Ich bin sehr stolz darauf, dass z.B. eine Wanda Jackson, die an die 20 Welt-Hits hatte, bei mir im Aufnahmestudio stand und mich fragte, ob mir das Arrangement so passt. Es war einfach eine wunderbare Zusammenarbeit und ehrfürchtig durfte ich erkennen, dass wirklich große Weltstars keine Allüren haben!“ Das kann ich in Bezug auf unseren Andy Lee Lang nur unterschreiben! Auch er ist derselbe natürlich fröhliche Mensch geblieben, als den wir ihn vor rund 20 Jahren kennenlernen durften.

Visionen und Pläne
der nächsten Jahre

Sein oberstes Ziel ist es, in Zukunft ein bisserl mehr zu leben. „Das nehm´ ich mir zwar ganz fest vor. Der Wahnsinn aber ist, dass in meinem Kopf immer wieder Ideen für neue Shows sind. Ich habe bei meinen ersten Produktionen noch selbst komponiert, jetzt bin ich irgendwann draufgekommen, dass das heutzutage verdammt schwer ist. Denn die Musik hat 12 Töne zu bieten -zwar in verschiedenen Oktaven, aber eben immer nur 12 Töne- und die sind eigentlich in allen Kombinationen bereits verbraten worden. Das heißt: Es gibt sozusagen keine neue Hits, alles wird irgendwie recovered und variiert.“ Doch Andy ist eben ein Musikgenie und hat ein anderes Talent in sich entdeckt: Andy Lee Lang hat die Gabe, Shows auf die Bühne zu stellen und hier Allerfeinstes zu kreiern. Das hat er mit seinen Eigenproduktionen „The Elvis Presley Story“, „Viva Las Vegas“ und „Rockn´Christmas – The Original“ bewiesen. Und hier will er auch in Zukunft anknüpfen: „Mir schwebt eine ganz besondere Show vor, die ich in Zukunft verwirklichen möchte: Ich möchte den Rock´Roll mit den Einflüssen der Latin-Music kombinieren und da gibt es sogar einige gelungene Vorbilder dafür wie „Pretty Woman“ von Roy Orbinson.!“



Andy Lee Lang mit seinem „Patenkind“, einem Känguruh, und Tiergartendirektor Dr. Helmuth Pechlaner
Foto: Andy Lee Lang

Andy´s größte Wünsche
„Wie jeder Musiker wünsche auch ich mir, einmal mit ganz großem Orchester auftreten zu dürfen, um die Varianten und die Vielfalt, die in mir stecken, hervorholen zu können. Ein wenig ist es mir davon im Bigband-Sound bei Viva Las Vegas bereits gelungen!“--- „Andy Lee Lang & Orchester“ – klingt gut! Vor allem träumt Andy von den vielen Instrumenten, die er gerne als Orchester zur Verfügung haben möchte: „Schön stelle ich mir vor Streicher + Bläser + Chor…. so einen Sound zur Verfügung zu haben wo ich alle Nummern, die mir persönlich am Herzen liegen neu arrangieren kann!“ Sein zweiter Traum zieht ihn nach Las Vegas: „Dank meiner vielen Amerika –Erfahrungen ist Las Vegas immer ein Thema. Für Viele ist diese Stadt der „Friedhof der abgehalfterten Stars“, für mich ist die Stadt aber ein Traum. Ich will irgendwann einmal Headliner in Vegas sein und in einem der dortigen Theater meine eigene Show produzieren.!“

Hat ein Superstar noch Zeit für Hobbies?
„Hobbies sind sogar sehr wichtig! Ich habe das Glück, meine Hobbies mit dem Beruf verbinden zu können. Ich reise gerne und viel. – Ich mache nicht nur Musik, ich höre auch gerne Musik und besitze eine riesige Sammlung an Platten und CD´s um die mich viele Radiostationen beneiden.- Und ich liebe den Film! Schon als Kind gab es keinen Film im Erika-Kino im 7.Bezirk, den ich nicht gesehen habe. Schuld daran war eine nette Kassiererin, die mir immer die billigste Karte verkaufte und mir dann freie Platzwahl gestattete. Mittlerweile habe ich ein eigenes Heimkino mit großer DVD-Sammlung- hier kann ich wirklich relaxen!“ Kulinarisch bevorzugt Andy Lee Lang ausländische Spezialitäten von indisch über mexikanisch bis asiatisch. „Ich liebe auch die österreichische Küche, bin aber nicht der typische Schnitzel – Schweinsbraten-Esser. Allgemein liebe ich die nicht alltägliche Küche – das kann auch ein bestimmtes Gewürz sein oder einfach Altbewährtes neu arrangiert.“



Foto: Dirk Hartung

Was wünscht sich Andy Lee Lang von seinen Fans?
„Ich habe ganz tolle Fans! Ich wünsche mir, dass sie, solange ich weiter mache, zu mir halten und die Akzeptanz, dass der Andy Lee Lang auch andere Dinge macht, als manche vielleicht wollen. Z.B. war ich glücklich darüber, im Musical „Elvis forever“ auch Theater spielen zu dürfen – ich persönlich finde, dass Vielseitigkeit niemals schadet!“ Wir versprechen, Andy immer auf den Fersen zu bleiben und freuen uns mit ihm über seine Erfolge. Wir sind stolz auf diesen großen Österreicher, der nicht nur der „Botschafter des Rock´n Roll“ ist sondern auch mit mehr als 32 nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt wurde. Unter anderem wurde er in Cambridge 2003 zur „Living Legend“ ernannt und als erster Österreicher in der „American Hall of Fame“ aufgenommen. Seit 2004 ist Andy Lee Lang Träger des „Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien“. Auch Andy Lee Lang ist einer jener wirklichen Weltstars, die keine Allüren haben. Das durfte ich bei unseren Plaudereien wieder einmal erleben. Er ist jener schüchtern – verschmitzt lächelnde junge Mann geblieben, den ich schon vor 20 Jahren kennengelernt hatte. Er genießt seine Erfolge mit einem Leuchten in den Augen ohne überheblich zu werden. Es ist uns wirklich eine große Ehre und es ist schön, dass wir Andy zu unseren Freunden zählen dürfen!

• Eva-Maria Milde

20 Jahre Andy Lee Lang
Große Jubiläumsgala mit Andy Lee Lang & The Spirit and Special Guests am Freitag, 14.Oktober 2005 im Austria Center Vienna
1220 Wien, Bruno Kreisky-Platz 1
Beginn: 20.00 Uhr
Karten: 01/769 33 60-15, 01/88 0 88, 01/24 9 24 oder unter www.austria-ticket.at , www.ticketline.cc , www.andyleelang.com , sowie in den BA-CA Filialen, in Reisebüros und 800 Trafiken österreichweit


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