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Es gibt wenige Menschen, die so
offen und herzlich auf andere zugehen. Ihre Augen strahlen,
ihre Freude kommt aus ganzem Herzen, die positiven Schwingungen
greifen unwillkürlich auf ihren Gesprächspartner über. Natürlich
kennen wir einander schon seit vielen Jahren – jedoch sehr
oberflächlich. Eben von diversen Events und Galas. Umso mehr
freute ich mich darüber, dass mich Birgit Sarata bat, für
unser Interview doch Gast in ihrem Wiener City-Domizil zu
sein.
Strahlend
wie der ewige Frühling
„Ich freue mich riesig, komm doch
herein!“ begrüßte mich Birgit Sarata an der Türe und begleitete
mich durchs Musikzimmer in den großen Salon. Lichtdurchflutete
Räume, in hellen Farben elegant und geschmackvoll eingerichtet
- auch das Ambiente der Wohnung unterstreicht das Prädikat
„Diva“. Auch wenn es schon November ist – strahlendes Weiß,
zarte Altrosa-Töne bis sonniges Gelb vermitteln einen Hauch
von Frühling. So strahlend wie Birgit Sarata selbst. „Ich
war immer die perfekte Diva, wie man sie sich im Ausland so
vorstellt.“ beginnt sie lachend unser Gespräch und gießt uns
ein Glas perlenden Champagner ein. –„Eine Diva ist man oder
ist man nicht, egal ob mit 18 oder mit 80!“ Wie stellt man
sich eine Wiener Diva im Ausland so vor? – „Groß, viel Busen,
ein schönes Dekolleté, Blond – obwohl typische Wienerinnen
nie blond sind sondern eher brünett- aber das macht nichts,
im Ausland war ich immer die perfekte Diva für die österreichische
Musik und grade für die klassische Operette.“
Ein
Leben mit und für die Musik
Schon im zarten Alter von vier
Jahren wusste Birgit, dass sie einmal Sängerin werden will.
„Ich habe immer gut gesungen und die Freude dabei war groß.
Schon mit vier Jahren wollte ich Sängerin werden obwohl ich
mir damals darunter sicher nichts vorstellen konnte!“. Dann
begann der Ernst des Lebens für sie wie für viele andere Wiener
Mädchen ihres Alters: Ballettschule, Klavierunterricht, Grundschule,
Gymnasium bis zur Matura. Doch einige Abweichungen gab es
schon – und die waren grundlegend für ihre folgende Musik-Karriere:
Obwohl das Konservatorium der Stadt Wien Schülern erst ab
16 Jahren Unterricht gestattet schafft es Birgit mit einer
Sondererlaubnis bereits mit 14, hier Gesang zu studieren.
„Ich
schlüpfte heimlich in den Mantel
meiner Lehrerin“
Jeder hat ein Vorbild, ein Idol.
So erging es auch Birgit Sarata, die ihre Lehrerin Ester Rethi
glühend verehrte. „Sie war eine so tolle Lehrerin, hat immer
blendend ausgesehen und war perfekt gekleidet von Adelmüller.
Diese faszinierende Erscheinung war mir immer ein Vorbild!
Sie hatte auch immer so tolle Mäntel und, wenn sie grad einmal
raus gegangen ist, habe ich g´schwind den Mantel probiert
und gedacht: na super, großartig! So elegant möchte ich unbedingt
werden.“ Und es ist Birgit Sarata auch wirklich gelungen!
Ob ganz privat zu Hause, beim Spazierengehen oder bei Empfängen
und Parties – immer ist sie elegant, bestens gestylt und strahlend
– eben eine vollkommene Diva!
Foto: Milan Brantusa
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Ein
Opernstar als singender
Botschafter für Österreich
„Ich wollte unbedingt so rasch
wie möglich zur Bühne, was mir mit viel Eifer auch gelang.“
Schon mit 18 Jahren war Birgit Sarata erste Sängerin in Salzburg,
dann in Nürnberg. Es folgten zahlreiche Angebote mit Gastverträgen
an 33 deutschsprachigen Opernhäusern von Köln über Düsseldorf
bis Zürich. 1977 ging der unvergessene „Opernführer“ Prof.Marcel
Prawy für seine „Robert Stolz-Serie“ am Grazer Opernhaus auf
die Suche nach einer geeigneten Partnerin für den grandiosen
Kammersänger Peter Minich. Schon beim ersten „Probesingen“
war es fix: es gibt nur eine: Birgit Sarata! „Das bedeutete
für mich, dass ich auch endlich wieder nach Österreich zurückkehrte!
Bedingt durch meinen ersten Mann, Alfred Pitsch, war ich ja
lange wie er Auslandsösterreicherin!“ Obwohl ihr Gatte sie
meistens auf ihren Tourneen begleitete, lebten sich die beiden
völlig auseinander. „Eine Sängerin, grade im klassischen Bereich
wie ich, muss jeden Tag stundenlang üben, dann die vielen
Proben, das anstrengende Gastierleben, die Reisen, man darf
in keine verrauchten Lokale gehen, abends nicht mehr ausgehen
– mit einem Wort: das Leben ist nicht gerade familienfreundlich,
man ist der Sklave seines Berufes! Wir haben nie gestritten
–dazu war gar keine Zeit, aber wir trennten uns in aller Freundschaft.“
Als Bühnensängerin bestritt Birgit Sarata 30 Premieren an
der königlichen Oper in Belgien, Gastspiele führten sie mit
„Don Giovanni“ (als Donna Elvira), der „Zauberflöte“ (als
Pamina und Erste Dame) über „Othello“ (als Desdemona) und
„Rheingold“ (als Freia) nach Italien, Frankreich, Spanien
und Portugal. Der Produktion von „Land des Lächelns“ als Partnerin
von Rene Kollo folgten viele TV Angebote, sie war Stargast
in allen ZDF-Shows und kennt fast alle europäischen TV-Studios.
Im „Theater des Westens“ in Berlin brillierte sie in 200 Vorstellungen
in der Titelrolle „Frau Luna“, in 23 Inszenierungen sang sie
die Titelrolle der „Lustigen Witwe“ – eine Operette, die sie
bis an die „kaiserliche Oper in Teheran“ brachte, wo sie für
den Schah von Persien sang. Über 200 Orchesterkonzerte führten
sie in die USA, es folgten große Konzerttourneen in Japan,
Südamerika und Kanada als einzige Solistin im klassischen
Bereich mit Orchester.
Auch privat fand sie wieder Glück: der verwitwete Unternehmer
Konsul Rajer und die Diva verliebten sich bei einer geschäftlichen
Besprechung auf den ersten Blick ineinander und nach drei
Jahren läuteten wieder die Hochzeitsglocken.
Von
der Sängerin zur Managerin
Auf über 100 Kreuzfahrten wurde sie als Stargast engagiert.
Ihre „One –Woman-Shows“ wurden zu ihrem neuen Markenzeichen.
„Ich las unzählige Bücher und historische Abhandlungen aus
dem Leben und der Zeit der Operetten-Komponisten und stellte
dann nicht nur die Musikarrangements selbst zusammen, ich
gestaltete auch die Zwischentexte und moderierte selbst jede
Show.“ Dabei gelang es Birgit Sarata hervorragend, stets ihren
unwiderstehlichen Wiener Charme zu versprühen. Insgesamt stehen
150 Titel in verschiedenen Sprachen jederzeit für ein Orchester
bis 80 Mann abrufbereit zur Verfügung. Nach dem Tod ihres
Mannes wollte sie nicht mehr auf Kreuzfahrtschiffe gehen –
sie wollte nur noch Eines: in Wien bleiben!
In den vergangenen Jahren hat die große Wiener Diva einen
weiteren Meilenstein gesetzt: sie engagiert sich für die Vermittlung
vieler österreichischer Künstler. Seit 2002 wurde Birgit Sarata
von der Stadt Wien als Managerin für das Programm des „Silvesters
& Neujahrstages“ am Wiener Rathausplatz verpflichtet. „Da
hab´ich mich hingesetzt und all meine Auslandserfahrungen
eingesetzt. Ich wusste ja genau, wie z.B. ein Brasilianer,
ein Japaner oder ein Amerikaner reagiert und was dieses Publikum
auch will!“ Sie schrieb einen Programmablauf, der sofort angenommen
wurde. „Man hat nicht einen Punkt geändert und alles akzeptiert
– das Risiko lag allerdings bei mir!“ Mit aller Kraft engagiert
sie an die 80 Künstler und freute sich riesig, als diese bejubelt
wurden. Und Birgit Sarata selbst? –„Ich bin glücklich, wenn
es meinen Künstlern gut geht, ich ihnen Auftritte und Chancen
vermitteln kann! Ich stehe lieber hinter der Bühne! Ich selbst
brauch´ nichts, denn ich habe ja den Auftrag der Stadt“
Der Erfolg blieb nicht aus: Am Silvester 2004 waren 15.000
Menschen am Rathausplatz und feierten bei einem fulminanten
Feuerwerk der Musik bis ins Neue Jahr.
Meine
Künstler sind die Nummer Eins!
Doch das Engagement von Birgit Sarata ist noch weit umfangreicher:
sie organisiert Musik-Shows für die Seniorentage, für die
Messe „Jeden für Jeden“ – für den Tag der „Menschen mit besonderen
Bedürfnissen“. „Ich habe einen Auftrag – der Künstler ist
die Nummer Eins! Daher stehe ich auch auf keinem der Plakate
dieser Veranstaltungen! Ich gebe gerne die Lorbeeren weiter.“
Im Sommer 2005 konnte Wien´s Vitebürgermeisterin Grete Laska
die Diva dazu überreden, etwas für den Wiener Prater zu unternehmen.
„Erst wollte ich gar nicht richtig, dann habe ich aber doch
die Sonntag-Mittags-Konzerte ins Leben gerufen. Alle Prater-Wirte,
die vorerst skeptisch waren lieben mich heute! Der Konzertsommer
im Prater war ein sensationeller Erfolg!“ Von Andy Lee Lang,
über Waterloo & Robinson, einem griechischen Frühschoppen
mit Georges Dimou bis zu den Malat-Schrammeln spannte sich
der musikalische Bogen. Welche Pläne hat Birgit Sarata: „Ich
bin immer auf der Suche nach neuen Talenten, habe eine riesige
Freude, wenn ich helfen und jungen Menschen eine Chance vermitteln
kann. Ich selbst bin dankbar für die vielen Erfolge, die ich
haben durfte und möchte dies jetzt gerne anderen ermöglichen.“
Birgit
Sarata – eine große Österreicherin
So freut sich Birgit Sarata über die vielen Auszeichnungen,
die sie schon erhalten hat, vom „Ehrenkreuz für Kunst und
Wissenschaft der Republik Österreich“ über die „Euro Globe
Trophy für europäische Verdienste“, den „Preis für Menschlichkeit
des Jahres 2004 vom Land Wien“, das „Goldene Verdienstzeichen
des Landes Wien“ bis zur „Goldmünze Calafati“ für Verdienste
um den Wiener Prater 2005, u.v.m.
Doch das, was eine echte Diva ausmacht, das durfte auch ich
bei Birgit Sarata erleben: Trotz unglaublich großem Erfolg,
trotz aller glänzender Auszeichnungen und Orden, trotz schillernder
Society-Auftritte und Parties – Birgit Sarata ist ein bewundernswert
herzlicher, großzügiger und natürlicher Mensch geblieben.
Eine „Grand Dame“ der Wiener Gesellschaft, die den ganzen
Charme unserer Heimatstadt Wien mit sich trägt und überall
auf der Welt als Botschaft vermittelt. Ich bin mächtig stolz
darauf, diese große Österreicherin kennen zu dürfen!
Eva-Maria Milde
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