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Die Himmelsscheibe von Nebra–
Die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheitsgeschichte

Sie wurde unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen am 9.November
2005 von Sachsen-Anhalt nach Wien gebracht und ist bis 5.Februar
2006 der Superstar des Naturhistorischen Museums in Wien –die Himmelsscheibe
von Nebra, der geschmiedete Himmel aus der Bronzezeit.
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Eigentlich vermutet man, dass
sensationelle archäologische Funde dieser Art in „der Wiege
der Astronomie“, in Ägypten oder dem Vorderen Orient gemacht
wurden – dies trifft nicht auf den „geschmiedeten Himmel“
zu! Dieses absolute Unikat wurde in Mittelberg bei Nebra gefunden,
stammt aus der Frühbronzezeit um 1.600 v.Chr, ist etwa 2 Kilogramm
schwer und hat einen Durchmesser von ca 32 cm. Eine grundlegende
Spur führt sogar nach Österreich: das verwendete Kupfer der
Bronze-Legierung - kommt aus dem Salzburgerland! „Es gab zwei
herausragende archäologische Funde des letzten Jahrhunderts.“
– betonte Prof.Dr.Bernd Lötsch,
Generaldirektor des Naturhistorischen Museums, am festlichen
Eröffnungsabend. „Zuerst kam der Ötztalmensch durch „global
warming“ als“ global warning“ aus dem ewigen Eis zu Tage und
dann fand man die Himmelsscheibe von Nebra und mit ihr auch
zwei der schönsten und kostbarsten Schwerter dieser Epoche!“
Nicht
Archäologen sondern Raubgräber entdeckten
die kostbare Himmelsscheibe!
Die Geschichte der „Ausgrabung“
erinnert an das Drehbuch eines Agatha Christie-Krimis: Tatzeit:
ein Sonntag im Juli 1999; Tatort: der Mittelberg in Sachsen-Anhalt.
Die „Raubgräber“ durchstreiften das Gebiet mit ihrer Metallsonde
und wühlten zielsicher ein Scheibe aus dem Boden, die sie
für den Deckel eines Kübels hielten. Sie wühlten weiter und
brachten noch diverse Armreifen, Schwerter und Beile ans Tageslicht.
Nun versuchten sie, den gesamten „Schatz“ für DM 31.000 an
interessierte Archäologen zu verhökern – was auch gelang.
Nach mehreren Besitzerwechsel landete alles 2001 wieder am
Schwarzmarkt. Diese Hehler kontaktierten -zum Glück für uns
alle!- im Februar 1993 Dr.Harald Meller, der die beiden zur
„Geschäftsabwicklung“ in der Schweiz traf. Dr Meller der Landesarchäologe
von Sachsen Anhalt und Direktor für Vorgeschichte in Halle
erinnert sich an den Schicksalstag, der ihn zum „Hüter der
Himmelsscheibe“ machte: „Unter seinem Hemd hatte einer der
Männer einen in ein Handtuch eingewickelten Gegenstand versteckt,
den er langsam hervorholte. In der Minute blieb mir die Luft
weg!“ Und in derselben Minute klickten noch die Handschellen
für die beiden „Kaufleute“. Angesichts des Jahrtausend-Fundes
und der offenkundigen „Unwissenheit“ der Raubgräber und Hehler
ließ die Justiz Milde walten: die Strafe: Geld- und Haftstrafen
auf Bewährung.
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Die
Himmelsscheibe – ein Kalender?
Auf einem schwarzen Grund (der
sich durch Korrosion grün verfärbt hat) sind fein gearbeitete
Auflagen aus Gold, die als Vollmond, zunehmender Mond, Himmelsbarke
und Sterne gedeutet werden. Die Menschen der Bronzezeit glaubten
ja, die Erde wäre eine Scheibe über die sich der Himmel wie
eine Käseglocke wölbt. Sterne und Mond sind darauf befestigt,
das Himmelsschiff transportiert die Sonne und fährt mit ihr
entlang des Himmelsozeans. Die Himmelsscheibe zeigt keine
konkreten Sternbilder – mit einer einzigen Ausnahme: die Plejaden
– sieben Sterne in Verbindung mit dem Sichelmond in folgender
Darstellung: der Plejadenuntergang am 9. März und ihre letzte
Sichtbarkeit am 17. Oktober. Also: ein Bauernkalender mit
dem Hinweis: wann beginnt mit dem Pflügen das Ackerjahr, wann
muss die Ernte in der Scheune sein! – Und was bedeuten die
Bögen? –Diese stellen den Horizontdurchlauf der Sonne dar:
das obere Ende des Bogens markiert den 21.Juni, das untere
Ende den 21.Dezember.
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Interessantes
rund um die Gastausstellung im Naturhistorischen Museum in
Wien
Ganz schön schlau waren sie schon, diese Bronzezeit-Menschen!
Und wir alle sind mächtig stolz darauf, dass man diesen wirklich
einzigartigen Fund jetzt bei uns in Wien bewundern kann! „Erwachsenenbildung
ist eine der wichtigsten Aufgabe der Museen!“- so Gen.Dir.Prof.Dr.
Lötsch. „Die Menschen werden immer älter und so kommt es zunehmend
zur Vereinsamung, zu den sogenannten Alterseremiten.“ Das
Naturhistorische Museum bietet neben Führungen (jeden Mittwoch
18 Uhr, jeden Sonntag 16 Uhr) auch spezielle Kinderprogramme
(Himmelsbeobachtungen, Himmelsscheiben-Basteln,...) und Workshops
(z.B. Nacharbeiten eines bronzezeitlichen Colliers aus Kupferdraht
und Bernstein am 1.2.2006) an. Fachvorträge und Veranstaltungen
in Kooperation mit Urania Sternwarte, Kuffner Sternwarte und
Planetarium ergänzen mit sensationellen Specials das Thema
„Himmelsscheibe von Nebra“.
INFOS: „Der geschmiedete Himmel“
Sonderausstellung – 9.November 2005 bis 5.Februar 2006 Naturhistorisches
Museum,
1010 Wien, Maria-Theresien-Platz,
geöffnet: 9.00-18.30 Uhr, Mi bis 21 Uhr, Di geschlossen;
Tel. 01/521 77/335 oder 276
www.nhm-wien.ac.at
Kooperationspartner (Kombitickets
erhältlich!)
• Planetarium Wien, 1020 Wien, Oswald Thomas Platz 1,
www.planetarium-wien.at
• Urania Sternwarte, 1010 Wien, Urania-Straße 1,
www.urania-sternwarte.at
• Kuffner Sternwarte, 1160 Wien, Johann Staud-Straße 10, www.kuffner.ac.at
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