AKTUELLE AUSGABE

Gute Reise 4/2006:

Mauritius - Perle im indischen Ozean



Mark Twain schrieb einmal, dass der Himmel Mauritius nachgebildet wurde und das spiegelt sehr schön die Eindrücke der kleinen Zuckerinsel vor der Küste Afrikas wider.

Erst seit einem Jahr ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle des Landes und hat die Zuckerindustrie auf Platz 2 verdrängt. Aber die Mauritier haben rechtzeitig erkannt, dass Umwelt und Ökologie ein wesentlicher Bestandteil für gut funktionierenden Tourismus sind und so werden Sie 20-stöckige Beton-Hotel-Burgen auf der Insel vergeblich suchen.

Dem europäischen Winter entfliehen

Landschaftlich bietet die kleine Insel (ca 65 km Länge und 50 km Breite) vulkanischen Ursprungs einiges – allerdings der Größe der Insel entsprechend komprimiert. Das wichtigste Highlight: eine 200 km lange Küste, die fast gänzlich von Korallenriffen umgeben ist und zum größten Teil aus Sandstrand besteht. Die „Badewanne“ Indischer Ozean bietet hervorragende Schnorchel- und Tauchreviere, die höchste Erhebung der Insel ist ca 830 m hoch, die Ebene gehört dem Zuckerrohranbau.

Kontrastprogramm: Port Louis

Die Hauptstadt Port Louis erstickt jeden Morgen im absoluten Stau. Man steckt zwischen Autos, Bussen, Klein-LKW’s, Mopeds und Fahrrädern und staut sich Richtung Zentrum. Parkhäuser sind knapp und schon relativ früh am Morgen voll ausgelastet. Der beste Weg die Stadt zu erkunden ist also per pedes. Am frühen Morgen durch den Central Market zu spazieren ist ein Abenteuer. Fleischhallen, Obst- und Gemüse, Fisch, Kleidung – eben ein richtigerMarkt. Natürlich werden sie angesprochen, aber es ist eher unterhaltsam und in keiner Weise gefährlich, wenn Sie Ihren „Reichtum“ nicht zur Schau stellen. Ich wurde sogar eingeladen zu fotografieren und die Verkäufer haben immer einen lustigen Satz auf den Lippen.

Friedliches Nebeneinanderverschiedener Religionen

Vom Markt sind es nur ein paar Straßen nach China-Town und zur großen Jummah Moschee. Generell finden Sie in Mauritius eine Menge an Kirchen, Tempeln und Moscheen aller Glaubensrichtungen. Das Schöne daran ist, dass es in Mauritius keinerlei Religionskonflikte gibt. Wenn man fit genug ist, lohnt sich ein Abstecher zum Fort Adelaide auf den Signal Hill. Von dort kann man herrlich über ganz Port Louis blicken. Zum Shoppen, Essen gehen oder auch für einen Casino-Besuch ist die moderne Caudan Waterfront perfekt. Dort können Sie auch im Blue Penny Museum die berühmte Marke „blaue Mauritius“ – ein Fehldruck von dem es angeblich nur mehr 12 Stück auf der ganzen Welt gibt – besichtigen.

Paradiesische Traumstrände

Zu den schönsten Stränden an der Westküste zählen sicherlich Grand Baie im Norden (dort starten auch Fahrten mit dem U-Boot „Blue Safari“, oder Sie können mit 2-sitzigen „Unterwasser-Mopeds“ in 6 Meter Tiefe den Ozean erkunden), Flic en Flac (von diesem Ort starten Schnorcheltouren und Delfinbeobachtungs-Trips) und im Süden die Strände der Halbinsel Le Mourne.

Ein Wiener Kaffeehaus mitten im Paradies!

Ein Muss auf Mauritius ist ein Besuch im botanischen Garten von Pamplemousses, der für seine Artenvielfalt weltberühmt ist. Genießen Sie die Natur mit oder ohne Guide und gönnen Sie sich im Cafe Wiener Walzer eine Melange und eine Sachertorte. Der einzige Nationalpark der Insel – der Black River Gorge NP – liegt im Westen der Insel. Hier durchquert man ein wunderschönes Stück naturbelassener Landschaft und hat Aussichtspunkte bei den Tamarin Wasserfällen und Cascade Alexander. Bei jedem dieser Stops und vor allem dann oben am Grand Bassin – der heilige See der Hindus mit Tempeln – lauern die Makaken. Diese Affen sind natürlich auf Futter aus. Leider gibt es Plätze, wo die Makaken aggressiv geworden sind – dort sollte man das Fütterungsverbot beachten. Überall anders ist es kein Problem und die Affen kommen auf den Menschen zu, nehmen gierig die mitgebrachte Banane und verspeisen sie genüsslich. Nehmen Sie sich in jedem Fall einen Tag Zeit, um in Ruhe die Affen und die Natur beobachten und genießen zu können. Ganz in der Nähe des Nationalparks ist Coloured Earth. Dieses Naturphänomen ist eine gewellte Bodenformation vulkanischen Ursprungs, die verschiedenfarbig geädert ist und bei schräg stehender Sonne fantastisch wirkt. Ebenfalls auf diesem Gelände befindet sich einer der schönsten Wasserfälle der Insel: der 90 m hohe Cascade de Chamarel. In Curepipe lohnt sich ein Abstecher zum Vulkankrater Trou aux Cerfs. Der Ausblick von dem 600m hohen Krater (in den man auch absteigen kann) ist grandios.

Entdeckungs-Trips zu Lande und im Wasser

Begeistert haben mich zwei Aktivitäten im Casela Nature & Bird Park. Zum einen bietet man dort „Quad Touren“ durch einen Safari Park an (bequemer geht es auch im Jeep) und zum anderen das „Trekking“ – eine Klettertour mit anschliessendem Bad bei einem Wasserfall.

Meine speziellen Tipps:

Außerdem ein Tipp für alle Tiernarren wie mich:
• Im Nature Park gibt es zwei Albino-Wallabies (eine KänguruArt), die ich mir am liebsten gleich mitgenommen hätte.
• Unbedingt sollte man sowohl an der West- als auch an der Ostküste je einen Schnorchel- bzw Boots Trip unternehmen. An der Westküste fährt man zuerst Delfine beobachten, dann Schnorcheln und kann dann den Strand der Insel Ile aux Benetiers genießen. Beim Trip an der Ostküste geht es zuerst mit kleinen Booten zu einem Wasserfall, dann Schnorcheln und anschließend zu einem kleinen Paradies: zur Isle aux Cerfs. Bei jedem dieser Tagestrips wird am Boot gegrillt und ein hervorragendes Mittagessen aufgetischt.
• Im Süden der Insel lockt die Krokodilfarm La Vanille. Ein Natur- und Tierpark, einem ausgezeichnetem Restaurant (kleiner Tipp: unbedingt Krokodilsteak probieren) und als Highlight für mich mit einem sehr großen Freigehege für Riesen-Schildkröten.
• Von dort ist es nicht weit zu den Rochester Falls, die fast inmitten von Zuckerrohr-Plantagen liegen. Die Falls sind mittlerweile ausgeschildert – doch dann erwartet Dich ein „Guide“ der natürlich Trinkgeld erwartet – aber wesentlich freundlicher und nicht so aggressiv wie z B in Jamaika. Autofahren in Mauritius ist kein Problem. Es herrscht Linksverkehr und es gelten zwar die üblichen Verkehrsregeln, aber hier gilt noch eher das Motto: Wer die stärkeren Nerven hat, gewinnt. Die Menschen sind sehr hilfsbereit, englisch wird in den Städten gesprochen, sonst helfen französisch Kenntnisse.

Fazit: Mauritius ist kein Billig-Reiseziel und das ist gut so. Es wäre sehr schade, wenn diese kleine Insel mit Massentourismus überhäuft wird und ihren ganz persönlichen Charme verliert. Aber als Trostpflaster: Diverse Last-Minute-Veranstalter haben Mauritius im Programm. Beeindruckend für mich war die Freundlichkeit der Menschen, die Vielfalt an Freizeit-Angeboten und nicht zu vergessen: die hervorragende Küche in den Restaurants!!! Mauritius – eine Perle im indischen Ozean.
Euer Andy Lee Lang!

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