|
Erst seit einem Jahr ist der Tourismus
die Haupteinnahmequelle des Landes und hat die Zuckerindustrie
auf Platz 2 verdrängt. Aber die Mauritier haben rechtzeitig
erkannt, dass Umwelt und Ökologie ein wesentlicher Bestandteil
für gut funktionierenden Tourismus sind und so werden Sie
20-stöckige Beton-Hotel-Burgen auf der Insel vergeblich suchen.
Dem
europäischen Winter entfliehen
Landschaftlich bietet die kleine
Insel (ca 65 km Länge und 50 km Breite) vulkanischen Ursprungs
einiges – allerdings der Größe der Insel entsprechend komprimiert.
Das wichtigste Highlight: eine 200 km lange Küste, die fast
gänzlich von Korallenriffen umgeben ist und zum größten Teil
aus Sandstrand besteht. Die „Badewanne“ Indischer Ozean bietet
hervorragende Schnorchel- und Tauchreviere, die höchste Erhebung
der Insel ist ca 830 m hoch, die Ebene gehört dem Zuckerrohranbau.
Kontrastprogramm:
Port Louis
Die Hauptstadt Port Louis erstickt
jeden Morgen im absoluten Stau. Man steckt zwischen Autos,
Bussen, Klein-LKW’s, Mopeds und Fahrrädern und staut sich
Richtung Zentrum. Parkhäuser sind knapp und schon relativ
früh am Morgen voll ausgelastet. Der beste Weg die Stadt zu
erkunden ist also per pedes. Am frühen Morgen durch den Central
Market zu spazieren ist ein Abenteuer. Fleischhallen, Obst-
und Gemüse, Fisch, Kleidung – eben ein richtigerMarkt. Natürlich
werden sie angesprochen, aber es ist eher unterhaltsam und
in keiner Weise gefährlich, wenn Sie Ihren „Reichtum“ nicht
zur Schau stellen. Ich wurde sogar eingeladen zu fotografieren
und die Verkäufer haben immer einen lustigen Satz auf den
Lippen.
Friedliches
Nebeneinanderverschiedener Religionen
Vom Markt sind es nur ein paar
Straßen nach China-Town und zur großen Jummah Moschee. Generell
finden Sie in Mauritius eine Menge an Kirchen, Tempeln und
Moscheen aller Glaubensrichtungen. Das Schöne daran ist, dass
es in Mauritius keinerlei Religionskonflikte gibt. Wenn man
fit genug ist, lohnt sich ein Abstecher zum Fort Adelaide
auf den Signal Hill. Von dort kann man herrlich über ganz
Port Louis blicken. Zum Shoppen, Essen gehen oder auch für
einen Casino-Besuch ist die moderne Caudan Waterfront perfekt.
Dort können Sie auch im Blue Penny Museum die berühmte Marke
„blaue Mauritius“ – ein Fehldruck von dem es angeblich nur
mehr 12 Stück auf der ganzen Welt gibt – besichtigen.
Paradiesische
Traumstrände
Zu den schönsten Stränden an der
Westküste zählen sicherlich Grand Baie im Norden (dort starten
auch Fahrten mit dem U-Boot „Blue Safari“, oder Sie können
mit 2-sitzigen „Unterwasser-Mopeds“ in 6 Meter Tiefe den Ozean
erkunden), Flic en Flac (von diesem Ort starten Schnorcheltouren
und Delfinbeobachtungs-Trips) und im Süden die Strände der
Halbinsel Le Mourne.
Ein
Wiener Kaffeehaus mitten im Paradies!
Ein Muss auf Mauritius ist ein
Besuch im botanischen Garten von Pamplemousses, der für seine
Artenvielfalt weltberühmt ist. Genießen Sie die Natur mit
oder ohne Guide und gönnen Sie sich im Cafe Wiener Walzer
eine Melange und eine Sachertorte. Der einzige Nationalpark
der Insel – der Black River Gorge NP – liegt im Westen der
Insel. Hier durchquert man ein wunderschönes Stück naturbelassener
Landschaft und hat Aussichtspunkte bei den Tamarin Wasserfällen
und Cascade Alexander. Bei jedem dieser Stops und vor allem
dann oben am Grand Bassin – der heilige See der Hindus mit
Tempeln – lauern die Makaken. Diese Affen sind natürlich auf
Futter aus. Leider gibt es Plätze, wo die Makaken aggressiv
geworden sind – dort sollte man das Fütterungsverbot beachten.
Überall anders ist es kein Problem und die Affen kommen auf
den Menschen zu, nehmen gierig die mitgebrachte Banane und
verspeisen sie genüsslich. Nehmen Sie sich in jedem Fall einen
Tag Zeit, um in Ruhe die Affen und die Natur beobachten und
genießen zu können. Ganz in der Nähe des Nationalparks ist
Coloured Earth. Dieses Naturphänomen ist eine gewellte Bodenformation
vulkanischen Ursprungs, die verschiedenfarbig geädert ist
und bei schräg stehender Sonne fantastisch wirkt. Ebenfalls
auf diesem Gelände befindet sich einer der schönsten Wasserfälle
der Insel: der 90 m hohe Cascade de Chamarel. In Curepipe
lohnt sich ein Abstecher zum Vulkankrater Trou aux Cerfs.
Der Ausblick von dem 600m hohen Krater (in den man auch absteigen
kann) ist grandios.
|

|
Entdeckungs-Trips
zu Lande und im Wasser
Begeistert haben mich zwei Aktivitäten
im Casela Nature & Bird Park. Zum einen bietet man dort „Quad
Touren“ durch einen Safari Park an (bequemer geht es auch
im Jeep) und zum anderen das „Trekking“ – eine Klettertour
mit anschliessendem Bad bei einem Wasserfall.
Meine
speziellen Tipps:
Außerdem ein Tipp für alle Tiernarren
wie mich:
• Im Nature Park gibt es zwei Albino-Wallabies (eine KänguruArt),
die ich mir am liebsten gleich mitgenommen hätte.
• Unbedingt sollte man sowohl an der West- als auch an der
Ostküste je einen Schnorchel- bzw Boots Trip unternehmen.
An der Westküste fährt man zuerst Delfine beobachten, dann
Schnorcheln und kann dann den Strand der Insel Ile aux Benetiers
genießen. Beim Trip an der Ostküste geht es zuerst mit kleinen
Booten zu einem Wasserfall, dann Schnorcheln und anschließend
zu einem kleinen Paradies: zur Isle aux Cerfs. Bei jedem dieser
Tagestrips wird am Boot gegrillt und ein hervorragendes Mittagessen
aufgetischt.
• Im Süden der Insel lockt die Krokodilfarm La Vanille. Ein
Natur- und Tierpark, einem ausgezeichnetem Restaurant (kleiner
Tipp: unbedingt Krokodilsteak probieren) und als Highlight
für mich mit einem sehr großen Freigehege für Riesen-Schildkröten.
• Von dort ist es nicht weit zu den Rochester Falls, die fast
inmitten von Zuckerrohr-Plantagen liegen. Die Falls sind mittlerweile
ausgeschildert – doch dann erwartet Dich ein „Guide“ der natürlich
Trinkgeld erwartet – aber wesentlich freundlicher und nicht
so aggressiv wie z B in Jamaika. Autofahren in Mauritius ist
kein Problem. Es herrscht Linksverkehr und es gelten zwar
die üblichen Verkehrsregeln, aber hier gilt noch eher das
Motto: Wer die stärkeren Nerven hat, gewinnt. Die Menschen
sind sehr hilfsbereit, englisch wird in den Städten gesprochen,
sonst helfen französisch Kenntnisse.
Fazit: Mauritius ist kein Billig-Reiseziel
und das ist gut so. Es wäre sehr schade, wenn diese kleine
Insel mit Massentourismus überhäuft wird und ihren ganz persönlichen
Charme verliert. Aber als Trostpflaster: Diverse Last-Minute-Veranstalter
haben Mauritius im Programm. Beeindruckend für mich war die
Freundlichkeit der Menschen, die Vielfalt an Freizeit-Angeboten
und nicht zu vergessen: die hervorragende Küche in den Restaurants!!!
Mauritius – eine Perle im indischen Ozean.
Euer Andy Lee Lang!
|