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Univ-Prof.Dr.BERND LÖTSCH–
Geraldirektor des Naturhistorischen Museums Wien
Geboren im September 1941 studierte er an der Universität
Wien Biologie und Chemie, promovierte 1970 zum Dr.phil., war von
1966-1973 Assistent am Pflanzenphysiologischen Institut in Wien,
hat sich 1973 an der Universität in Salzburg habilitiert und ist
seitdem an den Universitäten Salzburg und Wien tätig. Das Filmhandwerk
erlernte er bei seinem Vater Prof.Bruno Lötsch, was er in unzähligen
grandiosen Forschungsfilmen und Dokumentation eindrucksvoll unter
Beweis stellen konnte. Mit großem Engagement kämpfte er für den
Umweltschutz, gegen eine Neusiedlersee- Brücke und für den Schutz
der Donau-Auen, seit 1994 ist er mit Leib und Seele Generaldirektor
des Naturhistorischen Museums, in dem er auch eine Abteilung für
Ökologie eingerichtet hat.
Foto: M. Milde
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Er hält symbolisch schützend seine
Hände über die Natur der ganzen Welt. Wer seine zündenden
Reden bei Ausstellungsseröffnungen in seinem NHM kennt, der
weiß auch, dass er alles, was er anpackt, mit 100% Überzeugung
tut. Wer meint, alle Dinge, die mit einem Museum zu tun haben,
seien nur alt, verstaubt und eben „vorbei“, der irrt gewaltig!
Den besten Gegenbeweis liefert das NHM-Wien, eines der bedeutenden
Museen der Welt. Mit umfassenden Präsentationen mittels moderner
Ausstellungstechnik und speziellen Sonderschauen gelingt es
allen Wissenschaftern des Hauses, Geschichte lebendig zu erhalten
und das Verständnis für Zusammenhänge zu fördern.
ZUKÜNFTIGE GENERATIONEN
SOLLEN IN SCHÖNHEIT UND WÜRDE LEBEN KÖNNEN
Unsere „moderne Welt“ sieht Univ-Prof.Dr.Bernd Lötsch nicht
nur als Fortschritt und mahnt alle, Überlieferung alter Lebensformen
nicht zu missachten: „In Schönheit und Würde leben können
– dazu gehört nicht bloß eine giftfreie Batteriehaltung von
Nutzmenschen in Wohnsilos gesichtsloser und geschichtsloser
Neusstadtviertel!“ - mahnt er ! „Dazu gehört eine artenreich
belebte, natürliche Mitwelt und die Erhaltung von organisch
Gewachsenem, naturhistorisch ebenso wie kulturhistorisch .“
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Die Wachau ist nicht nur die Heimat der Venus von Willendorf,
sondern auch die der weltberühmten Marillen. Grund genug, beides
im Jubiläumsjahr mitsammen zu verbinden! Im Bild: Gen.Dir.Univ.-Prof
Dr.Bernd Lötsch mit einer Kopie der „Venus“ und „Marmeladen-King“
Dkfm Hans Staud mit einem Glas „Wachauer-Marillen“. In limitierter
Auflage wird ein „Dopppelpack“ der beiden Raritäten im Museumsshop
des NHM erhältlich sein!
Foto: M. Milde
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100 JAHRE VENUS VON WILLENDORF
IM NATURHISTORISCHEN MUSEUM
Als im Jahre 1908 Archäologen des NHM Wien in Willendorf eine
kleine Steinstatue ans Tageslicht beförderten, wussten sie
sofort: das ist etwas Besonderes! Und wirklich: Die etwa 25.000
Jahre alte Figur ist eines der schönsten Beispiele der fast
in ganz Europa von Frankreich bis nach Russland verbreiteten
Frauenstatuetten des Gravettien. Heuer, zum 100-jährigen Jubiläum,
gibt es für die „älteste Wachauerin“ natürlich einige Festivitäten.
„Natürlich mussten wir zum Centennium des Sensationsfundes
eine große Sonderausstellung ankündigen, wobei es an ein Wunder
grenzt, dass wir noch mehrere der unschätzbar kostbaren Originale
von befreundeten Instituten bekommen werden.“ – so Generaldirektor
Univ.-Prof. Dr.Bernd Lötsch. „Doch selbst damit und den wichtigsten
Repliken würde das noch keine Sonderausstellung ergeben. Daher
entschlossen wir uns, das prähistorische Umfeld der eiszeitlichen
Tundren- Schönheit auszuleuchten – Wildtiere, Landschaft,
Überlebenstechniken der Mammutjäger - etwa wie man ohne Gefäße,
die man auf´s Feuer setzen könnte, Fleischbrühe kocht (in
einer Grube, mit Haut ausgekleidet undglüh-heißen Steinen,
die man vom Lagerfeuer als Tauchsieder hineinwirft). Über
den Schamanismus soll erzählt und gezeigt werden, was möglich
ist. Der größte Saal wird in mystisches Dunkel getaucht, atmosphärisch
möglichst auf Höhlen-Anmutung getrimmt, um in diesem zwischen
angedeuteten Tropfsteinen und Kalk- sinter-Pfeilern einige
Höhepunkte der Steinzeitmalerei herauszuleuchten. Ein angrenzender
Raum gehört den Museumspädagogen für praktische „Fels“-Malerei
und andere Handfertigkeiten im Kielwasser der experimentellen
Archäologie. Insgesamt wird es die teuerste Sonderausstellung
meines Direktorats, denn bisher hat uns das Sanieren und Neu-Aufstellen
im Dauerschaubereich fast alle Kräfte gebunden. Diesmal haben
wir sogar einen Bühnenbildner, der in Frankfurt und Zürich
an den Schaulspielhäusern sehr erfolgreich war, nach Wien
geholt.“
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Foto: NHM
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DIE VENUS KEHRT ZURÜCK
Von 1908 bis 1998 lag die Venus von W. ausschließlich im Tresor
und nur Gelehrte und Top-Sponsoren durften das „paläolitische
Busenwunder“ mit weißen Handschuhen anfassen. Dann gelang
es Gen.Dir.Dr.Lötsch mit einem Cleveren Schachzug zu der so
sehr herbeigesehnten, aber viel zu teurem Panzer-Glasvitrine
zu kommen: er verlieh die Venus als „Erstpräsentation“ an
Dr.Helmut Pechlaner für seine „4 Millionen Jahre Mensch“-
Sonderschau in der Orangerie Schönbrunn. Bedingung war die
Vitrine, die dann quasi als „Leihgebühr“ ins Eigentum des
NHM-Wien überging. Heuer, zum 100.Jahrestag ihrer Entdeckung
ging die Venus wieder auf die Reise: in Armee-Panzern ging
es ins Landesmuseum St.Pölten . „Das war schon liebeswert
komisch!“ So Gen.Dir Dr.Lötsch. „ ...und das Blitzlichtgewitter
der Journalisten, die die Venus endlich einmal OHNE Panzerglas
vor die Linse bekamen habe ich erst einmal so erlebt: als
wir damals mit Sinowatz über die Au verhandelt haben!“ – Wie
schwer ist denn eigentlich diese kleine, 11 cm große Dame?
– „Das Gewicht des fülligen Idols ist streng geheim!“ so Gen.Dir.Dr.Lötsch,
der die Venus von Willendorf auch gerne als „schamanische
Östrogenbombe“ betitelt – diente sie doch wahrscheinlich als
Fruchtbarkeitszauber! „Das Statuettengewicht weiß jeweils
nur der Chef der Prähistorie auf ein Zehntel mg genau. Damit
würde man selbst die geschickteste Replik sofort entlarven.“
• EMM
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Foto: NHM
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